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Wie ein Sommerregenschauer, der die warme Erde netzt, bleibt auch nicht von langer Dauer jede Klinge scharf gewetzt. Wie ein Feuer, das entbrannte, so der Tag, der schnell vergeht, wird die Trauer, die dich bannte, mit der Zeit hinfort geweht.
Wie der Sturmwind auf dem Wasser, der nur tobt so lang er will, werden Farben auch mal blasser und die Wogen wieder still. Wie nach langer Winterkälte auch der Frühling wieder weicht, hat der Kummer, der dich fällte, nicht die Ewigkeit erreicht.
Wie ein rauschend‘ Fest, das endet, wird das Leben auch vergehn. Wenn das Glück sich zu dir wendet, bleibt es ewig nicht bestehn. Jede Blume wird verblühen, jeder Knabe einmal Mann. Wie der Kerzendocht verglühen, kann auch Liebe irgendwann.
Bist von vielem du verlassen, das dich früher hat beglückt, gehst du einmal durch die Straßen voller Qualen und gebückt. Wie die Blätter von den Bäumen, die der Herbstwind trägt durchs Weit, stirbst auch du mit deinen Träumen. Alles währt nur kurze Zeit.
Darum gehen die Momente, jeden Augenblick der Zeit, als des Lebens Alimente auf das Konto Sterblichkeit. So wie du es dir verwaltest, auf die Weise, deine Art, deine Zeit damit gestaltest, lohnt dich auch die Gegenwart.
Hi Anette, wieder mal echt klasse geschrieben. Vor allem der letzte Vers:
Darum gehen die Momente, jeden Augenblick der Zeit, als des Lebens Alimente auf das Konto Sterblichkeit. So wie du es dir verwaltest, auf die Weise, deine Art, deine Zeit damit gestaltest, lohnt dich auch die Gegenwart.
Boah! Anette, das Gedicht ist unter Deinen sehr guten Werken ein grandioses. Ja, vor allem die letzte Strophe ist genial. Aber auch der Aufbau dahin und die mit viel Lebenserfahrung und Gefühl verwendeten Bilder, die klangliche Stimmung ... exzellent! Hut ab vor einer Meisterin