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die Abstimmung zur Geschichte des Monats Mai 2011 ist soeben beendet. Ich danke allen Autoren/innen für die Einsendung von sage und schreibe 5 ganz tollen Geschichten. Ebenso danke ich allen, die mit geholfen haben, die Siegerin für die Geschichte des Monats zu ermitteln. Wir hatten eine stolze Beteiligung von 14 Wählenden Die Siegerin heisst Ann Knybek mit der Geschichte:
Altes Haus
Es ist schon Jahrzehnte her, dass sie ihre Behausung bezog. Anfangs war es ungewohnt – ein bisschen klein, doch nach und nach wurde ausgebaut und alles bekam seine ungefähr endgültige Form. Sie fühlte sich trotzdem nie so ganz heimisch. Mit Vielem hatte sie sich arrangiert – die ungeraden Wände und die nicht gewollte Asymmetrie der Räume. Nun ja, es war schon ihr Zuhause, doch …irgendwie… na, man darf auch nicht ständig unzufrieden sein – es gab durchaus schlechtere Unterkünfte. Sie gewöhnte sich in all den Jahren ein und ein Umzug kam keinesfalls in Frage. Unschöne Ecken versuchte sie mit viel Hingabe durch Dekorationen zu kaschieren. Aber nach und nach machte sich bemerkbar, dass die Bausubstanz anscheinend von minderer Qualität war… Vielleicht lag es auch daran, dass dieses Haus schon viele Erschütterungen miterlebte… Im oberen Stockwerk begann es und allmählich zog es sich durchs ganze Gebäude. Zunächst fast unbemerkt, doch in den letzten Jahren sah man es schon sehr deutlich, dass kein Handwerker wieder gut machen konnte, was an Schaden entstanden war. Es knackte überall im Gebälk, manchmal fürchtete sie, dass der Dachstuhl einbricht. Auch die tragenden Streben ächzten und stöhnten auf - nicht nur, wenn es wieder einmal stürmte… zudem quollen sie an verschiedenen Stellen unförmig auf. Die Fenster wurden schon nach recht kurzer Zeit milchig, inzwischen konnte man nur noch mit großer Anstrengung durch die fast blinden Scheiben sehen, egal wie sehr sie sie putzte. Und die Flügel ließen sich auch nicht mehr so leicht öffnen – obwohl sie die Scharniere jahrelang regelmäßig geölt hatte. Der Putz fing an zu bröckeln… Doch alles wäre nur halb so schlimm, wenn es bei diesen Defiziten geblieben wäre, - wenn nicht durch den zu Rate gezogenen Schätzer die wirklichen Mängel entdeckt worden wären… Verschiedene Leitungen waren irreparabel defekt und durch einige Wände hatte sich irgendeine ätzende Substanz hindurch gefressen. Nach Meinung des Fachmannes und seiner Kollegen konnte man nur versuchen, Schadensbegrenzung zu betreiben – das Resultat blieb offen. Wände einzureißen oder neue Leitungen verlegen, das würde in diesem Fall keinen Sinn machen. Auch wären keine wirklich effektiven Reparaturstoffe auf dem heutigen Markt zu finden, die diesen Schaden beheben könnten. Ja. So rückte der Umzug plötzlich sehr nahe – sie wusste es eigentlich schon immer. Alle wussten es immer schon immer. Wissen es immer, wollen es nur nicht wahr haben, verdrängen es. Doch nun wurde ihr, der Seele, wehmütig schmerzhaft bewusst, dass jeder Schritt, jeder Atemzug, jeder AugenBlick sie ihrem Auszug aus ihrer jetzigen Körperwohnung näher brachte
Meine allerlichsten Glückwünsch, liebe Ann zum Gewinn der Geschichte des Monats.
Deine Geschichte berührt, und ist sehr tiefgehend.
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Poesie ist ein Atemzug, der alle Tränen trocknet. Poesie ist der Geist, der in der Seele wohnt, der vom Herzen genährt wird und dessen Wein die Zuneigung ist.