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Weihnachtsvorfreude oder "The same procedure...alle Jahr wieder!"
Weihnacht steht nun vor der Tür Für mich ein Horror, glaubt es mir. Ich bin nicht nur mit Arbeit voll, es kommen Gäste - ach wie toll. Da wird Familientradition wieder mal kompletter Hohn.
Seit Wochen putz ich schon im Stress und plane, dass ich nichts vergess, kauf ein, der Kühlschrank überquillt, damit ein jeder Wunsch gestillt, wenn sich Familie hier im Raum versammelt unterm Weihnachtsbaum.
„Italien“ kommt im Flugzeug dann mit viel Gepäck und Magdy an. Er ist Ägypter, Muselmane und hat fast immer eine Fahne, denn Zähneputzen fällt ihm schwer. Naja - er hat fast keine mehr.
Zuerst sitzt feierlich am Tisch gemeinsam man bei Fleisch und Fisch, Es wird getrunken und gelacht und jeder seine Späßchen macht. Doch dann zur späten Abendstund geht es verbal dann sicher rund.
Mein „feiner“ Schwager kommt auch her. Doch tut er nur, als ob er‘s wär. Im Grunde ist er nicht gescheit und liegt mit Magdy stets im Streit, der ebenso genau wie er nur scheint als ob er schlauer wär.
Bedenken macht mir auch ein Sohn. Ich habe jedoch zwei davon und beide sind sich nicht so grün. Das kann man dann mal wieder sehn. Das Streitgespräch ist programmiert, wurd‘ oftmals Weihnacht einstudiert.
Die Mädels, die zu uns gehören, die würden sicherlich betören, wenn sie sich auch mal nützlich machten, mich nicht als Dienstmagd dann betrachten. Doch denken sie nicht ganz so weit und liegen wegen Nichts im Streit.
Beleidigt geht dann eine fort zu sich nach Haus, am gleichen Ort. Die andre schmollt dann an der Wand mit ihrem Handy in der Hand und tippert wütend SMS erhobenen Hauptes, stolz und kess.
Dann gibst‘s noch eine dritte auch, die hat zurzeit `nen dicken Bauch und wird sich sicher kaum bewegen. Sie muss sich schonen und auch pflegen. Ihr Partner, der ist mehr wie schlank, will auch was kochen.. Gott sei Dank!
Die Älteste bleibt diesmal aus. Sie hat im Süden stehn ihr Haus. Mit Mann, den Kindern und `nem Hund, gleicht einer Presswurst, kugelrund, will sie die Tage anders feiern, harmonischer zu Haus , in Bayern.
Zur mItternächt‘gen Tradition bei Tombola wird laut der Ton. Denn wenn man italienisch spricht, wird viel palavert noch bei Licht. Im Durcheinander hin und her, versteht man‘s eigne Wort nicht mehr.
Der Schwager kichert schadenfroh und seine Schwestern ebenso, da man beim Spielen nicht verlor. Man haute Magdy übers Ohr. Der grinst verlegen und ganz breit und tut mir überhaupt nicht leid.
Der Wein ist längst schon ausgeleert. Bei manchen ist er sehr begehrt. Die Augen blicken glasig drein und Sprache wird verwaschen sein. Vom vielen Essen noch schachmatt, wird man vom Kuchen übersatt.
Ich sitz dann still und denk „Oh Graus! Wie sieht nur meine Wohnung aus?“ Die Küche einem Schlachtfeld gleicht, das bis zum Wintergarten reicht. Ich werd für Ordnung wieder sorgen. Genau wie immer - so auch morgen,
und denk schon heut: die Feierei ist hoffentlich recht bald vorbei, dass ruhvoll neues Jahr beginnt und schnell durch meine Finger rinnt, damit ich mich von Anfang an auf nächste Weihnacht freuen kann.
mein allerhöchstes lob auf dieses gedicht. egal ob es auch wirklich auf dich zutrifft oder nicht, das ist einfach super geschrieben. und genauso geht es auch fast überall zu. leider gibt es nie jemand zu, dass es wirklich so ist. nur im kleinen, stillen kreis ist es meist wirklich harmonisch oder bei älteren menschen. aber wenn sich mehrere generationen treffen ist es ein fiasko. ich finde dieses gedicht einfach super. allerdings wünsche ich dir aber im vordergrund stehend ein geruhsames fest mit harmonie und ganz liebenswerten stunden.