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Nachts
So saß ich nun vor Angst geschwitzt, allein in meinem Zimmer, Es war ganz still so glaubt´ ich schon, doch horch´- ein leicht Gewimmer. Der Mond war voll, das Bett zerwühlt, am Fenster Regenspuren, Die Schatten tanzten durch den Staub und malten blaß Figuren.
Ein scharrend´ Ast, bewegt vom Wind? Droht ahnungsvoll am Fenster. Darauf berührt mich kalter Hauch, ich denke an Gespenster. Mit mut´gem Herz, zwar zaghaft nur, versuch ich zu fixieren, Was sich in diesem Raume tut, erneutes Wimmern läßt mich frieren.
War dies´ Gejammer denn real oder Gespinst aus meinem Traume? Mein Herzschlag bis zum Halse geht, zu hör´n im ganzen Raume. So tast ich durch die Dunkelheit, mit nackten Füßen, weichem Knie, Getrieben von der selben Angst die so verspürt ich hatt´ noch nie.
Da war es wieder, schrill und fern dies unsägliche Leiden. Ich bin verückt, denk´ ich bei mir, sollt´ stille hier im Zimmer bleiben. Sei es aus Neugier, ruhelos, im Zwiespalt meiner Seele, Ganz langsam öffne ich die Tür, schau´ nur in gähnend´ Leere.
Voll Furcht wag´ ich den Gang hinaus, in unbekannte Schwärze. Fühl´ feucht Morast bei jedem Schritt - wär´ nicht das pochend Herze. So langsam wird mein Auge scharf, ich schleich´ durch nahen Wald, Darf nicht verlassen schmalen Weg, da seh´ ich fern, die fremd´ Gestalt.
So habe ich mich nicht verhört, bin nicht dem Wahnsinn zugewandt. Mein Schritt wird schneller, unbedacht, lauf´ ich durchs Schattenland. Schlagartig wird mein Gang so schwer, kann nicht ans Ziel gelangen Der Vorsicht fern, zu spät gemerkt, ich bin im Moor gefangen.
Mit wild´ Gestrampel, hilfsuchend Blick, fang´ ich nun an zu schrei´n, Ruf die Gestalt um Beistand an, das Moor gluckert – du bist nun mein. Fast bis zum Kopf bin ich versunken, spür´ unter mir unendlich Tiefen, Ein letzer Blick, nun wird mir klar - Es sind Irrlichter, die mich riefen.
All´ jene Ängste schweben fort, ich füge mich der Kraft Gebot. Ein langsam Gleiten, Dunkelheit, es wird ganz still – ist das der Tod? Und immer weiter sink´ ich fort, seh´ leicht verwirrt, bekannten Raum. Im Bette liegend, mollig warm - nur diesmal ist´s kein trughaft Traum.
MB – 10/10
liebe Grüße
"Wenn Du willst, was du nie hattest - dann mache, was du nie tatest"
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