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Engel weinen kalte Tränen, wenn sie sich im Himmel wähnen. Was der Himmel Engeln schuldet, wird auf Erden nicht geduldet. Und so ist dies Himmelreich der Menschenwelt, ach, allzu gleich. Ein Engel wird sehr gern benutzt, die Flügel werden rasch gestutzt und von der Unendlichkeit ist ein Engel schnell befreit. Ausgeblutet kriecht er dann, da er nie mehr fliegen kann und weint die kalten, kalten Tränen, die jede Liebe ewig lähmen.
Sven Später, 2010
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Der Mensch an sich ist ein Barbar. Als letztens meine Tochter von der Schule erzählte, meinte sie, ihr Lehrer hat gesagt, der Mensch sei das höchst entwickelte Lebewesen. Es ist faszinierend, dass man von einem Wesen, das grundlos tötet, ganze Landstriche und Spezies ausradiert, seine eigene Art vernichtet, den kompletten Planeten in Schutt und Asche legt - und das auch noch in vollem Bewusstsein - als hoch entwickelt faselt.
Liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Hallo, Sven, Du hast absolut recht mit dem, was Du über uns Höchstentwickelte sagst. Das Schlimme ist, daß wir uns auch noch wohlfühlen, bei all dem , was wir an-"richten"... Liebe Grüße aus Wissentrup
Es ist ein Gedicht, das mich traurig stimmt, lieber Sven - weit weg von dem allgemeinen Engelgeschwafel, womit wir uns doch nur ein bisschen Gutes tun wollen, also sei es uns verziehen. Im Grunde sehnen sich die meisten Menschen nach Liebe, Wärme, Geborgenheit - vielleicht nach Barmherzigkeit, viele jedoch trauen sich gar nicht, das gegenüber sich selbst einzugestehen, geschweige denn, gegenüber anderen.
Vielleicht sieht es aber im Himmel auch so aus, wie du es beschreibst, wundern würde es mich nicht, waren doch die Engel alle mal Menschen!!!
Mit deiner Meinung über uns Höchstentwickelte gebe ich dir vollkommen Recht. Wir sind sehr von uns eingenommen, fühlen uns als die Herscher der Welt, sägen aber den Ast ab, auf dem wir sitzen - und das nennt sich dann höchstentwickelt, na bravo.
HP: http://e-goerges.repage2.de °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
@Jürgen: Schlimm daran ist ja, dass wir eigentlich schon recht gut entwickelt sind. Wie hoch, will ich gar nicht beurteilen. Ich denke da z. B. an Delphine, die ja über einen richtigen Wortschatz verfügen. Warum gelten sie als nicht so hoch entwickelt? Weil sie die Meere nicht zubauen und verpesten? Weil sie keine Kriege gegen die eigene Art führen und andere Arten ausrotten? Klar, der Mensch kann Häuser bauen, Gedichte schreiben, Pullis stricken und Viren züchten. Aber macht uns das besser? Vielleicht sind Delphine auch schlicht mit dem zufrieden, was sie (noch) haben und sehen keinen Sinn darin, einige Lebensbereiche mit Dingen zu erleichtern, die andere Lebensbereiche dafür hoch kompliziert machen? Es heißt ja, dass nur das menschliche Gehirn über sich selbst nachdenken könnte. Es hieß aber auch schon, die Erde sei eine Scheibe. Der Mensch entdeckt etwas, spekuliert und nimmt die spekulative Erkenntnis dann als unumstößliche Wahrheit hin. Sie wird fortan in Stein gehauen, bis ein anderer daherkommt, den Stein zerbersten lässt und mit ganz neuen Erkenntnissen aufwartet, die dann auch wieder unumstößlich sein müssen, ohne dass je etwas anderes kommen könnte. Im Grunde belügt sich der Mensch selbst mit seinem Wissen, das immer wieder veränderlich ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich Wissen ablehne Ich sehe es als rein philosophische Betrachtungsweise und wie es mit der Philosophie so ist: Sie ist ein herausforderndes Denkspiel, aber in gewisser Weise nur ein Spiel. Da ich selbst Mensch bin, zumindest wird es mir nachgesagt, unterliege ich natürlich dem gleichen Glauben daran, was wir alle zu wissen glauben. Und auch ich bin immer wieder fasziniert, wenn unveränderliche Wahrheiten plötzlich verändert werden. Jüngst lebte doch eine kleine Sensation in der Wissenschaftswelt wieder auf, dass Wasser eben nicht allein der Grundstoff für die Bildung von Leben ist. Auf dem Saturnmond Titan könnte tatsächlich flüssiges Methan dazu taugen. Wenn sich herausstellt, dass es sich tatsächlich so verhält, ist unsere Biologie und Chemie - wieder mal - teilweise falsch und muss völlig neu überdacht werden. Wie du siehst, verliere ich mich gerade in Gedankenspielereien. Aus diesem Grund ende ich auch hier :)
@Eleonore: Ich darf dir sagen, dass es mir während der Erstellung auch nicht leicht ums Herz war. Dieses "Engelgeschwafel" mag ich aber auch hin und wieder gerne. Ich mag auch die Darstellung von Engeln in der klassischen Malerei, sogar die Pausbackenengel. Solche Bilder und Worte, die mehr die Wohltat eines Engels herausstellen als die boshafte Tat von Menschen, lassen einen träumen und hoffen. Wobei ja nicht alle Menschen gleich sind, ich verwende aber immer gern den allgemeinen Begriff, da meiner Meinung nach schlechte Menschen in der Überzahl sind. Und wenn nicht unbedingt mengenmäßig in der Überzahl, dann aber doch mit genügend Macht ausgestattet, überlegen zu erscheinen. Der Himmel, den ich hier erwähne, ist nicht den Himmel an den wir glauben sollten, wenn wir daran glauben möchten. Es ist eine Art Fake-Himmel, geschaffen von Menschen um Engel zu fangen. Könnten Engel tatsächlich gegriffen werden, verhält es sich doch nicht anders als es sich bei Außerirdischen, mysteriösen Wesen oder selbst bei der Wiederkehr Christi verhalten würde. Zuerst käme das Militär, dann ein Forschungsteam um alles mal aufzuschneiden. Was der Mensch nicht kennt, muss zuerst einmal in alle Einzelteile zerlegt werden. Man kann sich ja nicht einfach an der Begegnung freuen, nein, man muss sofort zerschneiden, zersägen und schauen, was drin ist. Viele Menschen behandeln alles wie ein Überraschungsei: Gucken, was drin steckt. Ich stimme dir da vollkommen zu, dass sich viele Menschen nach guten menschlichen Werten sehnen, wie du sie nennst. Ein Großteil unserer Art ist aber bereits so sehr erkaltet, dass nichts Lebendiges, nichts tatsächlich Schönes sie mehr erreichen kann. Die Gesellschaft - vor allem in den Industrienationen - entwickelt sich zurück. Das merkt man schon ein wenig an der Sprache, die immer weiter zu einfachen Lauten zurückkehrt. Man sieht es an dem Verhalten untereinander und irgendwann sind wir dann Neanderthaler, denen man Atombomben in die Pfoten drückt. Allgemein sinkt das Bildungsniveau (eben kritisierte ich noch Wissen, jetzt verteidige ich es - ich werde doch alt ). Zuweilen beschleicht mich eine seltsame Vorstellung: Die Natur sieht den Menschen als Fehler. Sie schafft es nicht, uns auszurotten, weil wir andauernd dagegen halten. Also wird die Evolution rückwärts gespult und irgendwann sind wir Menschen wieder dort, wo uns die Natur leichter beseitigen kann um den Fehler zu korrigieren. Ist eine ziemlich düstere Ansicht, ich weiß, aber das Ergebnis davon werden wir vermutlich längst nicht mehr erleben. Das klappt aber nur, wenn der Mensch nicht schneller ist als die Natur und sie komplett vernichtet - sich natürlich mit, aber das will man ja nicht sehen. Es werden aber auch wieder Gedichte von mir kommen, die mit einem Aufatmen zu lesen sind, nicht mit einem Seufzen
Mist, ist das wieder lang geworden ...
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Wobei es für mich im Grunde ziemlich einfach ist, Engel als Symbole zu verwenden. Da ich nicht an sie glaube, sind sie für mich mystische Wesen, die für das Gute stehen (von Todesengeln einmal abgesehen). An sogenannte Engelserscheinungen glaube ich hingegen, wobei ich wiederum nicht davon ausgehe, dass es sich um Engel im klassischen Sinn handelt.
Liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)