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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 83 mal aufgerufen
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 Bernd
Bernd Rosarius Offline

Administrator
Beiträge: 1.679


18.06.2008 15:17
Die Ballade von Willem antworten

Die Ballade von Willem

Willem war,
In einem Jahr,
besonders stark geknickt,
nichts war ihm geglückt.
Stellt man sich nun einmal vor,
das dieser Tor,
von Kindesbeinen an,
Immer wieder neu begann.
Lag ein Ziel in seinem Sinn,
und ging er auch den Weg dorthin,
brach er kurz darauf schon ein,
die Eisschicht war zu dünn und fein.
Allein,
blieb dieser arme Mann,
der eigentlich doch vieles kann,
immer schon.
Er war Sohn!
Doch der große Herr Papa,
war nie da.
Seine Mutter war zu schwach,
O mein Willem denke nach,
wer konnte dir die Stärke geben,
konsequenter noch zu leben.
Du hast vieles schon gewagt,
unverzagt,
danach gejagt.
Gläubig an den Lauf der Dinge,
auf das es dir hernach gelinge,
in der Spitze mitzumischen.
Doch die Sprossen deiner Stiegen,
mussten sich zwangsläufig biegen.
Und so brachen sie entzwei,
so dein Schrei,
blieb bestimmt nicht ungehört.
Doch Willem sag, wen hat es gestört?
Trotzdem gabst du niemals auf,
schautest immer hoch hinauf.
Neue Stiegen, neue Sprossen,
unverdrossen,
immer wieder angefangen,
man musste wieder um dich bangen,
und bei jedem Sturz nach unten,
gab es wieder neue Wunden.
Doch wer immer kriecht auf seiner Brust,
verliert auf Dauer auch die Lust.
Hast du es gewusst?
Wenn man die Hoffnungen verliert,
weil man sich immer nur verirrt.
Und führt,
der Weg dann zum Erkennen,
so lernt man schließlich rennen.
Wegrennen!
Doch verkennen,
kann man wohl sein Schicksal nicht.
Es leuchtet nicht das Angesicht.
Es sticht,
nur noch der Seelenschmerz.
Es klopft nur langsam noch das Herz.
So Willem ging es dir,
und hier,
begann die Wende.
Der Anfang von dem Ende.
Verschränkte Arme vor der Brust,
ohne Lust,
Ließest du dich treiben,
niemand wollte bleiben.
Und in der Kneipe dann beim Bier,
war ich bei dir.
In Eintracht wohl beisammen,
denn wir stammen,
aus menschlichem Geschlecht.
Recht,
begründet war dein Tun,
endlich einmal auszuruhen.
Und nun,
ging es steil hinunter,
und mitunter,
war Gelächter nur zu hören.
Das konnte dich nun auch nicht stören,
denn du warst mit nichts zufrieden.
Von deinen Träumen früh geschieden,
seh` ich dich durch die Strassen gehen,
und konnte dich schon verstehen.
Nur helfen konnte ich nicht,
deine Tränen im Gesicht,
leuchteten im Neonlicht.
Ich habe es geahnt,
gewarnt,
habe ich so oft.
Gehofft,
das man dich retten kann,
war ein Irrtum, lieber Mann.
Wir alle aber müssen,
leben mit dem Wissen,
das wir nur Menschen sind.
Find,
ich eine Blume auf dem Weg,
dann leg,
ich sie aufs Grab.
Freund Willem, der vor Jahren starb.



© Bernd Rosarius


http://www.repage7.de/member/berndrosarius
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele
mit sich selbst

SENECA

Aykan

18.06.2008 23:58
#2 RE: Die Ballade von Willem antworten

ein schönes Gedicht wiedermal von dir gelesen lieber Bernd
du schreibst echt schöne Gedichte.....

Lg.Aykan.K

wicht Offline


Beiträge: 1.405


19.06.2008 16:12
#3 RE: Die Ballade von Willem antworten

Lieber Bernd

Ein wundervolles Gedicht für einen wundervollen Freund ,geschrieben von Dir großen Dichter und Poeten

mit viel Liebe und Gefühl

danke das Du uns an deiner großen Muse teilhaben lässt!!

Liebe Grüße an Dich und deine Familie

Frank

Bernd Rosarius Offline

Administrator
Beiträge: 1.679


09.07.2008 16:38
#4 RE: Die Ballade von Willem antworten

Ich danke euch beiden.
Willem (Name geändert)war ein Freund von mir.
Er war ein Tagträumer,Weltverbesserer,Realitätsfern.
Er war leicht zu beeinflussen.
Seine Freunde,auch ich, müssen mit dem Vorwurf leben,
nicht geholfen zu haben.


http://www.repage7.de/member/berndrosarius
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele
mit sich selbst

SENECA

Inselchen

06.03.2009 23:27
#5 RE: Die Ballade von Willem antworten

Der Inhalt dieser Ballade ist sehr gut nachvollziehbar, bereits in der Kindheit ist schon vieles grundgelegt, er war ja "Sohn" und wo war der Vater? Ich stell mir den Druck vor, einen so "wichtigen" Vater zu haben und keinen, der ihm in seiner Kindheit den Weg weist, ein anerkannter Sohn zu sein, da hat er wahrscheinlich den Sohn gespielt und nicht richtig Selbstwertgefühl aufbauen können. Die Perspektivenlosigkeit zieht sich immer wieder durch Willems Leben. Und es wird sehr schwer gewesen sein für Freunde, da richtig zu helfen, weil er sich ja wohl auch nicht helfen lassen wollte und sich teilweise ja mit dem sozialen Abstieg eine Zeit lang wohl gefühlt hat. Da fühlte er sich möglicherweise eine Zeit lang angenommen, konnte diesen Menschen wahrscheinlich gerecht werden und möglicherweise imponieren. Armer Willem.

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