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Wenn Donner grollt, tiefschwarz die Nacht, wenn Menschenopfer dargebracht, wenn Blut zu Seen sich verbindet, das letzte Licht des Tages schwindet, wenn dunkle Geister sich verstecken, damit sie nicht das Fleisch erwecken, das faulig in den Gräbern ruht, dann ist sie da, des Bösen Brut.
Aus der tiefen Erde kriechen, grau die dünne Haut, Kreaturen, die so finster, dass stirbt, wer sie erschaut. Die gelben Krallen - so scharf, so lang - nun kommt der Menschheit Untergang. Von den Fängen tropft das schwarze Gift, verlorene Worte, wenn kein Gebet dir hilft. Ihre Augen verbrennen dir den Verstand. Gesegnet, wer zuvor den Tod schon fand.
Die Flut der Finsternis bedeckt die Welt, frisst das Leben unterm Himmelszelt, nagt an den Gebeinen derer, die längst fielen und mit den Schädeln siehst du spielen die Kinder, denen wir alles raubten, da wir uns schön göttlich glaubten. Die letzte Geburt der menschlichen Schwäche. Auf dass sich die Erde an uns räche!
Sven Später, 2007
Anmerkung:
Wieder ein älteres Werk von mir, das es auch als Vertonung gibt und als solches in einem anderen Forum herumdümpelt. Ein düsteres Gedicht, das wohl nie von seiner Aktualität verliert.
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
ja lieber sven, ich habe auch solche gedichte. ich weiß garnicht ob ich sie hier einstellen kann. hier im garten der poesie, denn diese art von gedichten ist alles andere als poesie. ich grüße dich lich
Liebe Erika, Poesie ist eine Form der Schönheit, ja. Aber selbst im Tod liegt eine gewisse Schönheit verborgen, sogar in der Angst. Das Licht könnte ohne Dunkelheit nicht bestehen.
Viele liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Lieber Sven! Alles was ich in der "geblümten Sprache" beschreibe ist Poesie. Dazu gehören auch die Abgründe menschlichen Daseins und das Leben mit seinen Schattenseiten.
Lieber Bernd, herzlichen Dank. Und die *geblümte Sprache* ist die Schönheit, die auch in der Dunkelheit leuchten darf, sie aber nicht erhellen kann. Es ist das Prinzip von Yin und Yang. Ich sage immer gern: Wenn es keine Dunkelheit gäbe, würden wir das Licht gar nicht erkennen. Wobei ein wenig mehr Licht nicht schaden könnte. Das Schlechte lehrt uns, das Gute gebührend zu schätzen. Persönlich scheint mir einfach die Welt kälter zu werden. Wir Menschen treiben immer weiter fort vom Leben, von der Menschlichkeit. Es beginnt schon damit, dass der Mensch an sich auch nichts anderes mehr als eine Ware ist, man denke nur einmal an den Marktpreis. Diese Zeilen sind eine Sichtweise auf die Apokalypse und ich wollte sie so halten, dass sie ein ungutes Gefühl verursachen. Dennoch versuchte ich eine angenehme Leseweise beizubehalten. Schlechtes lässt sich schön verpackt besser ertragen :)
Viele liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)