Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
******Achtung! Achtung! ****** Das Autorenforum ist ab sofort geschlossen, es befindet sich neu auf unserem Hauptforum! Bitte nichts neues mehr einstellen! Beachtet bitte den erhaltenen Newsletter! ********

Banner by Helmuth Winkelhahn
Die genaue Zeit Uhr
Forum Übersicht | Suche | Registrieren | Login | Garten der Poesie | Kreativhaus | Unser Onlineshop | Unser Postkartenservice | Bilder hochladen | Bilder verkleinern | Online? | Mitglieder | FAQ
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 55 mal aufgerufen
Bei Antworten informieren
 Sven
SvenSp Offline


Beiträge: 95


29.08.2010 23:27
Bleierne Schwäne antworten

Wie grau, so grau,
wenn schwere Wolken ziehen.
Vergessen ist das Himmelblau,
wenn falsche Götter
zur Unterwerfung rufen und falsche Propheten
zum Beten
niederknien.

Wie schwer, so schwer
des Lebens Last auf Schultern wiegt.
Wir finden keine Träume mehr,
wenn bleierne Schwäne
uns tragen sollen in luftige Höh'.
Ich seh'
was vor uns liegt.

Wie leicht, so leicht
das Herz des sehenden Denkers.
Wenn die Angst weicht
aus den Seelen der Frierenden
und die Grausamkeit neuer Diktatoren
bleibt verloren
wie das Wort des Henkers.

Wie nah, so nah
die Tür zur letzten Flucht.
Der Weg, so klar,
aber verborgen durch den Nebel
den wir selbst erschufen
durch unser Rufen.
Des Unterwürf'gen Sucht.

Wie groß, so groß
der Traum des vergessenen Kindes.
Entwachsen der Mutter Schoß,
doch nach Leben ringend
in den Fluten falscher, erdrückender Moral,
deren Geschmack so schal.
Entrissen der Freiheit des Windes.

Wie kalt, so kalt
die Hände, die zum Schutz geboten.
Erfroren liegt bald
der Menschheit Zuversicht
in den Träumen einer fahlen Welt -
zerstört, entstellt.
Das Heim der lebenden Toten.



Sven Später, 2008

Anmerkung:
Hier ist mal ein älteres Werk von mir, das ich aus meinem kleinen, selbstgeschusterten Band "Die wundersame Reise des Herrn Dr. Wurl" entnommen habe. Hin und wieder stelle ich hier auch mal alte Sachen von mir ein, weil ich sie mag :)

"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht."
(ASP - Ich bin ein wahrer Satan)

wind

30.08.2010 03:18
#2 RE: Bleierne Schwäne antworten

das ist ein großartiges gedicht. so wahr und von stund zu stund immer mehr zutreffend.
liche grüße an dich

SvenSp Offline


Beiträge: 95


30.08.2010 20:48
#3 RE: Bleierne Schwäne antworten

Vielen Dank, Erika.

An diesem Gedicht hatte ich einige Zeit gesessen, bis ich damit zufrieden war. Habe es immer wieder verworfen, obwohl die Idee weiterhin feststand. Der Reim selbst ist etwas schwierig zu lesen, aber das war auch meine Absicht. Ich beschreibe eine schwierige Situation, daher dachte ich mir, darf auch ruhig mal das Lesen etwas stocken :D

Viele liebe Grüße

Sven

"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht."
(ASP - Ich bin ein wahrer Satan)

Bernd Rosarius Offline

Administrator
Beiträge: 1.679


05.09.2010 12:27
#4 RE: Bleierne Schwäne antworten

Lieber Sven!
Ein sehr schönes Gedicht.
Ich glaube auch,man sollte vielmehr zwischen den Zeilen lesen.
Es lässt viel erkennen!


http://www.repage7.de/member/berndrosarius
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele
mit sich selbst

SENECA

SvenSp Offline


Beiträge: 95


05.09.2010 23:44
#5 RE: Bleierne Schwäne antworten

Herzlichst sei dir gedankt, lieber Bernd.

Ja, dieses Gedicht ist sehr bildhaft und in vielfältiger Weise zu deuten. Es drückt nichts konkret aus, sagt aber alles, was ich hier zu sagen hatte.

An diesem Werk hänge ich besonders, weiß aber selbst nicht, warum das so ist. Womöglich, weil ich so lange daran gesessen habe. Hier war zuerst der Titel da. Das kommt oft vor, aber nicht in dieser Art. Mir gingen die *bleiernen Schwäne* durch den Kopf, setzten sich dort fest und ich musste versuchen, sie soweit zu erforschen, bis sie mir sagten, was sie von mir hören wollten, was ich niederschreiben sollte. Ich weiß, das mag sich ein wenig eigenartig anhören, aber es ist der Versuch, meinen Denkprozess dabei zu beschreiben.

Als ich das Gedicht beendet hatte, wusste ich, dass ich ein ähnliches Werk nie wieder würde schreiben können - und genau so soll es auch sein.

Viele liebe Grüße

Sven

"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht."
(ASP - Ich bin ein wahrer Satan)

In dein Herz »»
 Sprung  

Foreninhaber und Administrator Bernd Rosarius/Technische Belange, Webmaster, Moderation Gabriella Dietrich

Forum online seit 20.05.2008

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen