******Achtung! Achtung! ****** Das Autorenforum ist ab sofort geschlossen, es befindet sich neu auf unserem Hauptforum! Bitte nichts neues mehr einstellen! Beachtet bitte den erhaltenen Newsletter! ********
Es winken die verbogenen Glieder, Fratzen schreien dir entgegen. Wehe, es wirkt steif und bieder, es muss wild sein und verwegen. Sind es Pflanzen, Menschen, Tiere? Für manch einen bleibt's Geschmiere. Die Landschaft schwimmt, die Bäume krumm, ein Boot zerfließt im weiten Meer. Ein Kenner fragt nach dem "Warum", ganz egal ist da das "Wer". Fehlt auch von Schönheit jede Spur, fehlt auch die Ruhe beim Betrachten, so nennt man's Kunst, man nennt's Kultur, man hat's zu lieben, hat's zu achten.
Sven Später, 2010
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Ja, ja, die Kunst hat so ihre eigenen Gesetze und Betrachtungsweisen, lieber Sven. Hildegard Knef sagte einmal: Wer sich mit der Kunst verheiratet, bekommt die Kritik als Schwiegermutter. ...ich füge hinzu: egal um welche Künste es sich handelt. Gleich noch ein Zitat von Pablo Picasso obendrauf: Es gibt keine abstrakte Kunst, man muss immer etwas beginnen und nachher kann man alle Spuren des Wirklichen entfernen. Ich persönlich liebe die Kunst des *Erkennbaren* des Realen, zumindest was die bildenden Künste anbelangt, denn auch bei ihr kann man, trotz oftmals anderslautenden Meinungen, den eigenen Interpretationen noch ihren Lauf lassen.
Dein Gedicht ist superklasse...für mich *erkennbare* Kunst des Schreibens
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Poesie ist ein Atemzug, der alle Tränen trocknet. Poesie ist der Geist, der in der Seele wohnt, der vom Herzen genährt wird und dessen Wein die Zuneigung ist.
Hierbei ging es mir persönlich hauptsächlich um die Malerei. Obwohl auch die Bildhauerei, wenn sie zu abstrus wird, meinen eigenen Geschmack nicht mehr trifft. Selbst ungereimte, moderne Dichtformen können gefallen, wenn sie mit Herz und Seele verwendet wurden. Aber bei Gemälden fehlt mir einfach der Sinn, wenn es ins Abstrakte geht. Surrealismus ist noch ok, aber auch nicht gerade mein Ding. Ich brauche Bilder, die mich träumen lassen, die mich in eine alte Welt, ob real oder nicht, entführen können. Das Gedicht ist sehr persönlich, da ich hier meinen eigenen Geschmack berücksichtige. Es soll nicht ausdrücken, dass diese, von mir nicht gemochten Erscheinungsformen, nicht ihre Daseinsberechtigung hätten. Wem es gefällt, der soll sich daran erfreuen, mein Fall ist es einfach nicht und wird es auch nie werden. Bei vielen dieser Bilder schaue ich zuerst so: , dann meist so: und wenn dann noch der Maler einen kompletten Monolog abhält, der nichtssagender nicht sein könnte, kommt zuweilen ein
Viele liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
ich sage immer was gefällt ist jedem seine sache, aber wenn zu mir jemand sagt, dass irgendso ein krikelkrakel kunst ist, dann muß ich lächeln. ich toleriere andere menschen und meinungen, aber aufzwängen lass ich mir nichts. hast du großartig geschrieben. liche grüße an dich
Danke dir, Erika. Es mag wohl alles seine Daseinsberechtigung haben. Mit der ganz modernen Kunst habe ich so meine Probleme. Es werden gerne viele Worte um Gemälde gemacht, die nichts wirklich aussagen. Hauptsache, man schimpft sich *bezahlter Kritiker* und tut wichtig genug. Einige können dann vermutlich nicht mal ein aufgeschlagenes Ei von einem Farbenmatsch unterscheiden, aber egal. So verhält es sich aber auch mit anderen Werken. Irgend jemand sagt, dass es wichtig ist und etwas ganz Großes, selbst wenn einem bei der Lektüre die Fußnägel einschlafen. Und wehe, man ist anderer Meinung, dann wird man gleich zum Deppen degradiert, der ja sowieso keine Ahnung hat. Ich selbst verbinde Kunst (egal in welcher Form) noch immer mit Schönheit, zuweilen Aussage und oftmals auch ganz simple Träumerei.
Viele liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Lieber Sven! Auf einer Vernissage fragte mich ein Künstler nach seinem Bild, wie ich es wohl fände? Ich konnte mit dem Bild absolut nichts anfangen, ja nicht einmal im entferntesten mich rein denken. Ich antwortete ihm: "Ich verstehe nicht, was du mit dem Bild sagen willst." Seine Antwort: "Du musst nichts verstehen. Kunst ist das, was ich präsentiere und andere Interpretationen lasse ich nicht zu." Es gab schon Zeiten, wo die Kunst einer Diktatur unterlag. Ich muss doch erwarten können, dass ein Künstler mir seine Sichtweise erklärt. Allerdings habe ich an der heutigen Kultur-Generation Erhebliches auszusetzen.
Lieber Bernd, auch an dieser Stelle bedanke ich mich herzlichst bei dir.
Mit der modernen Kunst ist das so ein zweischneidiges Schwert. Mir gefällt sie einfach nicht und wie du, weiß ich mit einigen Dingen einfach nichts anzufangen. Klar, die Aussage des Künstlers musste dich unzufrieden zurücklassen. Ob man schreibt oder mit den Händen bildliche Darstellungen erschafft, der Erschaffende sollte immer wissen, was er da tut. Kunst allein der Kunst willen, nur um Kunst sein zu dürfen, halte ich für leer und sinnlos.
Es muss ja nicht alles mit einem tiefen Sinn behaftet sein. Wer eine wunderschöne Landschaft malt, wie es z. B. Bob Ross getan hatte, in dessen Bildern ich mich verlieren kann, die mich träumen lassen, was wohl hinter dem Wald kommen mag, wohin ein Weg führt, wer wohl in der schneebedeckten Hütte wohnt, möchte vielleicht einfach nur sagen: Hier, öffne deine Träume, lass ihnen Raum.
Sehe ich ein Quadrat auf einer Leinwand, fehlt mir da einfach alles. Es hindert mich daran, meine Seele auf Reisen zu schicken, es hält mich in der Wirklichkeit gefangen und gibt mir keine Möglichkeit, für einige kurze Augenblicke das Alltägliche hinter mir zu lassen.
Meine Abiturklasse war einmal (eigentlich mehrmals :D ) in einem Museum und ich sah einen Holzklotz, in dem eine Axt steckte und alles war mit schwarzer Farbe übergossen worden. Das Ding kostete einige tausend DM und ich fragte mich, was daran denn kunstvoll war. Das hätten wir alle hier im Forum auch hinbekommen und uns wäre sogar noch ein Titel dafür eingefallen, der diesem Objekt obendrein noch fehlte. Man nannte es *Axt in Holz*, wenn ich mich noch recht entsinne. Ja, darauf wäre ich dann wohl auch gekommen und hätte nicht einmal lange überlegen müssen.
Vielen modernen Kunstwerken fehlt die Seele und genau auf die kommt es doch an.
Wirf ein Ei auf die Leinwand, nenne es *Die Zerbrechlichkeit des Lebens im Urschleim* und schon hast du Chancen, damit ganz groß zu werden. Es gehört nur noch eine gehörige Portion Arroganz, Intoleranz und Frechheit dazu und natürlich das Glück, von einem reichen Gönner *entdeckt* zu werden. Dennoch nenne ich es dann nicht Kunst.
Deinem Satz zu der *heutigen Kultur-Generation* schließe ich mich ohne Wenn und Aber an.
Viele liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)