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Ich bin hier - und hier stehe ich. In deinem Leid, da riefst du mich. Nun bin ich zu dir gekommen, nahm die lange Reise gern in Kauf, vor, zurück im Weltenlauf, hin und her und kreuz und quer, bis die Zeit war ganz durchschwommen, hab' viele Seelen mitgenommen. Hier stehe ich als Freund vor dir und deine Hand weist mir die Tür? Hast du nicht, in Übermut, und den, mein Freund, zahlst du in Blut, meinen Namen laut gerufen, schriest ihn in die Welt hinaus, mit Symbolen alle Stufen angemalt in deinem Haus? Jetzt fällst du vor mir auf die Knie, betest zu den Himmelsscharen, sie mögen dich vor mir bewahren, doch unsereins bekniet man nie. Nein, wir sollen stets uns fügen, dem Bann, der uns die Freiheit stiehlt. Man sagt uns nach, wir würden lügen, den Menschen um die Seel' betrügen, die er doch selbst für nutzlos hielt. Ihr Menschen gebt mir oft zu denken, doch ist's gar leicht, euch so zu lenken, wie es in meinem Willen liegt. Seid ihr auch stur und wankelmütig, selbstverliebt und selten gütig, so fühlt ihr euch auch gleich besiegt, wenn unsereins vor euch erscheint, obschon ihr gern den Herrn verneint. Sei es drum, soll der alte Herr dort droben seine Engel kreuzweis' loben, mir ist's wohler hier auf Erden, denn schwarze Schafe gibt's in Massen, die weißen sind nur schwer zu fassen. In blinder Gier wandern die Herden. So sag denn rasch, was du verlangst, erspare uns das Spiel der Angst, denn du hast mich gestört. Da du ums Wohlergehen bangst, hab' ich dich gern erhört. Wir wollen beste Freunde bleiben, versuche nicht, mich zu vertreiben! Man kennt mich als recht ungeduldig, als einen, der schnell böse wird. Ich bin nun dein einz'ger Hirt' und du bist mir die Seele schuldig.
Sven Später, 2010
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
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