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Der schrecklich heiße Sommertag treibt mich hin zur Stadt. Hitze, die ich gar nicht mag, macht mich müd' und matt.
Ich schlendere durch Gassen, die mir Schatten spenden. Fernab von den Massen, die sich beim braten wenden.
Den kleinen Hund mit Schleife seh' ich jetzt gerade. Bevor ich es begreife, schnappt er sich meine Wade.
„Au!“, schrei' ich vor Qual. „Lass los! Lass mich in Ruh'!“ Dem Hund ist das egal, er beißt gleich fester zu.
Endlich lässt er ab, ich möchte nur rasch fort. Ein kurzer Sprung und „Schnapp!“, er hält mich hier am Ort.
Ich fass' es nicht und röchel', spitze Zähne dringen in meinen bloßen Knöchel. Er wird mich wohl verschlingen.
Mein lauter Hilfeschrei wird leider nicht gehört. Niemand kommt herbei, der Hund beißt ungestört.
Er hängt mir noch am Bein als endlich jemand naht. Die Frau schimpft los: „Sie Schwein!“ und kommt dann erst in Fahrt:
„Was haben Sie getan? Das Schleifchen ist gerissen!“ „Ja, sind Sie denn im Wahn? Ihr Hund hat mich gebissen!“
Sie schaut auf meine Wunden und lacht aus ganzem Herzen. Ich steh' nur da, geschunden, keuche, ob der Schmerzen.
„Mein Schatz ist doch so niedlich, der kann doch nicht fest beißen. Zudem ist er ganz friedlich. Das werd' ich jetzt beweisen!“
Sie geht zur Tür hinein, lässt ihn wieder frei. Entsetzt schrei' ich noch: „Nein!“, doch das ist einerlei.
All den spitzen Zähnen kann ich nicht entweichen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass dies mich lässt erbleichen.
Nach einer halben Stunde ertönt der Frau Gepfeife. Ich bin befreit vom Hunde, vom Teufel mit der Schleife.
Sven Später, 2010
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
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