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Ein alter Baum von Fernweh spricht, der junge Baum, der kennt das nicht. Die Wurzeln ankern noch nicht tief, noch wuchsen Äste krumm und schief. Standhaft sein sieht er als Tugend, es ist die Einfachheit der Jugend.
Ein alter Baum im Wind sich biegt, der junge Baum sich fröhlich wiegt. Noch ist das Holz reich angefüllt mit Lebenskraft, die sich enthüllt, wenn alle Früchte, süß und groß, im Herbst bedecken Mutters Schoß.
Ein alter Baum die Last erträgt, der junge Baum sich tapfer schlägt. Er möcht' nicht mehr so biegsam sein, möcht' starke Äste, hart wie Stein. Doch braucht es dazu viele Jahre, so ist Geduld das einzig Wahre.
Ein alter Baum, den man nicht fällt, der junge Baum erfrischt die Welt. Es bleiben beide, Seit' an Seit', im ew'gen Hain stets eingereiht. Sie trotzen Wetter, Mensch und Tier. Es heißt, sie flüstern auch in dir.
Sven Später, 2010
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Hallo lieber Sven, vielen Dank für das Bereitstellen deines Gedichts. Bäume habe auf mich seit meiner Kindheit immer eine faszinierende Wirkung gehabt. Besonders Laubbäume mit ihren zyklischen Veränderungen. Schön, wie du das Flüstern der Bäume rüberbringst. Sehr leise, aber deutlich hörbar. Wie heißt es in einem arabischen Sprichwort: Das leise Seufzen eines Mädchens hört man weiter als das Brüllen des Löwen. Viele herzliche Grüße aus Lage sendet
Walter
Ich habe eiserne Grundsätze - Wenn Sie Ihnen nicht gefallen - ich habe auch andere (Groucho Marx)
Hallo Walter, ich danke dir herzlich. Bäume nehme ich sehr gerne als Symbol, da sie mir viel bedeuten. Hier, in unserem Garten, wachsen sehr viele davon. Kirsche, Pflaume, Tanne und noch einige mehr. Ich liebe Bäume und höre ihnen gerne zu.
Liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Ein sehr schönes Gedicht hast du den Bäumen gewidmet, lieber Sven
Ich sehe den "Kleinen" und den "Großen" vor meinen Augen, wie sie sich wiegen, wie sie allem trotzen. Du hast recht, Bäume können erzählen, man muss nur zuhören - ich mag sie auch sehr
HP: http://e-goerges.repage2.de °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
Eleonore, herzlichen Dank. In unserem Garten haben wir jetzt sehr viele Bäume und es ist herrlich, sie jeden Tag sehen und berühren zu können, sie zu riechen und ihren Blättern zu lauschen. :) Es freut mich sehr, wenn ein Gedicht von mir es schafft, Bilder entstehen zu lassen.
Übrigens: Ich war kurz auf deiner HP und habe entdeckt, du wohnst ja in der Nähe meiner alten Heimat. Stamme aus Pfeffelbach bei Kusel und hatte in KL mein Abi gemacht. :D Wie klein die Welt ist.
Viele liebe Grüße
Sven
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)
Wenn ich es denn noch könnte. Die zwei Jahre haben mich zu einem Hochdeutschnutzer mit Akzent gemacht. Als mein Vater mich letztes Jahr anrief, hat er verzweifelt versucht, sich auch dem Hochdeutsch anzupassen und ich versuchte verzweifelt, wieder in meinem alten Dialekt zu reden. Dann haben wir erst mal am Telefon eine Zeit lang geschwiegen
"Wir sind längst im Paradies, haben die Hölle draus gemacht." (ASP - Ich bin ein wahrer Satan)